17. Oktober, 2008...11:21

Virales Marketing und was bei Werbespielen anders ist

Zu den Kommentaren

Klassische Agenturen versuchen mittlerweile oft auf den Zug „virales Marketing“ aufzuspringen. Dabei entwickeln sie pauschale Thesen wie z.B. Oliver Voss, Vorstand Jung von Matt, sowie andere Werber in diesem Video. Bezogen auf Werbespiele stimmen seine Thesen allerdings nicht.

Seine Kernaussagen, die auch schon hier aufgegriffen wurden, sind:

  1. Virals kann jeder machen der kreativ ist und somit bedarf es keiner Spezialagenturen
  2. Virals sind nicht billig
  3. Virals ersetzen Werbung, sind aber auch doch wieder Werbung
  4. Virals können crossmedial verwendet werden und bedürfen somit einer Führung durch eine Leadagentur
  5. Virals sind Kampagnen geeignet und somit auch langfristig anlegbar
  6. Die Seedingkosten entsprechen / sind gleich zu setzen mit den Mediakosten

Nun, ich stimme dem nicht zu wenn es um Virals im Sinne von Filmchen geht und wenn es um Virals im Sinne von Werbespielen geht, schon gar nicht.

1. Die Aussage klingt für mich nach Daseinsberechtigung. Die erfolgreichsten Werbespiele stammen aber alle von Spezialagenturen, selbst das Moorhuhn. Mit erfolgreich meine ich nicht Werbespiele, die Preise gewinnen, sondern Werbespiele, die beim Nutzer erfolgreich sind und mindestens eine Reichweite von 1.000.000 User erzielt haben.

2. Stimme ich auch nicht zu. Es gibt Virals wie z.B. das „Sofa Bashing“, die millionenfach gespielt wurden und ein Budget für die Produktion von <10.000 Euro haben. Das ist billig. Gerade mit viralen Werbespielen kann man viel erreichen und muß wenig ausgeben. Auch wenn man zu einer Spezialagentur geht ;-)

3. Virals sind keine Werbung, sondern sie enthalten Werbung, jedenfalls ist das bei Werbespielen so ;-)

4. Eine erfolgreiche Leadagentur, die sich sowohl mit multimedialen Virals auskennt, als auch bestens in anderen Medien kenne ich nicht. Kann mich jemand aufklären? ;-)

5. Virals bzw. virale Werbespiele sind nur in seltensten Fällen für Kampagnen geeignet. Virale Werbespiele sind kurzweilig, können kaum fortgesetzt werden ohne langweilig zu wirken. Virale Werbespiele haben aber einen erstaunlich langen Lebenszyklus und einen hohen Wiederspielwert. Aber ich glaube das war hier nicht gemeint

6. Die Seedingkosten sind von der Beudetung her gleichzusetzen mit Mediakosten, ja. Aber die Seedingkosten sind nur ein Bruchteil so hoch wie normale Mediakosten, bei gleichem Erfolg!

Just my 2 cents ;-)

1 Kommentar

  • Ich kannte virales Marketing noch nicht, aber manches, das ich im Internet gesehen habe und nicht erklären konnte, ergibt jetzt einen Sinn: etwa ALADYGMA und „Ich weiß, was du dieses Weihnachten tun wirst“, zwei komplett geniale Sachen, die scheinbar als virale Kampagnen inszeniert worden zu sein scheinen. Aber letzteres scheint gerade in Gang zu sein – mehr als ein youtube-video und die hp
    gibt es noch nicht.
    Weiß jemand genaueres darüber?


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